Musik und Kino als Premiere

Das Publikum in der voll besetzten August-Leucht-Halle war am Samstagabend begeistert und spendete vielfach mehr als nur artigen Beifall, als rund 100 Musiker des Harmonika-Clubs Jettingen (HCJ) in verschiedenen Gruppen ein anspruchsvolles Frühjahrskonzert boten. Höhepunkte waren dabei die emotionalen Musikstücke zu berühmten Filmen wie "Fluch der Karibik", die das erste Orchester spielte.

Spannung, Dramatik, Gefühle: Die Akkordeon-Musik mit rhythmischer und akzentuierender Schlagzeug-Begleitung und unter schwungvoller Leitung von Ulrich Münnich drückte dies alles aus. Optische Unterstützung fand sie zudem in Filmausschnitten, die auf einer Leinwand gezeigt wurden, während das erste Orchester spielte. Bilder aus "Spiel mir das Lied vom Tod" illustrierten ein Medley der bekanntesten Filmmusikstücke, die Ennio Morricone zu Western von Sergio Leone komponiert hatte. "Der mit dem Wolf tanzt" und "Fluch der Karibik" folgten, kraftvoll und voller Spannungssteigerungen gespielt, mit erkennbar hohem Schwierigkeitsgrad von den 22 Musikern und einem neu engagierten Schlagzeuger glänzend bewältigt.

"Kino und Konzert auf einmal, das ist eine spektakuläre Premiere", stellte Moderatorin Lucia von Wachter fest, die sich mit Marion Wacker in dieser Aufgabe abwechselte beide hatten schließlich "nebenbei" auch in den Orchestergruppen aufzutreten.

Bereits zuvor hatte das Jugendorchester mit elf Spielern sein Können bewiesen: "Dont cry for me Argentina" aus dem Musical Evita präsentierte der Nachwuchs ebenso beeindruckend wie den traditionelleren "Ballettabend" mit einem Walzer und Galopp. Sehr angetan war das Publikum schließlich von "Moonriver", das die Jugendlichen als Zugabe boten.

Den ersten Teil des Konzerts hatten das Freizeitorchester, die Schülergruppe und die Mundharmonika-Gruppe bestritten. Die erst vor wenigen Jahren von Musiklehrer Ralf Brendle gegründete "Muha"-Spieler eröffneten den Abend mit "Dreams of Music", einem Medley aus "Five hundred miles", "Cafe oriental", "Yesterday" und "Über sieben Brücken musst du gehen". Die überraschende Zugabe: ein "Easy Blues", mit dem vor allem sechs Solisten glänzten.

Die Schülergruppe mit 13 Akkordeonspielern trat mit "Auf der Schwäbischen Eisenbahn", dem Foxtrott "Lets dance" und dem schwungvollen "La valetta" auf, und erhielt für ihre Leistungen viel Beifall. In Richtung mitreißender Unterhaltungsmusik, für die sich das Akkordeon ja traditionell auch bewährt, ging das Programm, das die 14 Spieler des Freizeitorchesters boten: Unterhaltsam dabei schon ihr Bühnen-Einmarsch mit Matrosenmützen auf dem Kopf, passend zu "Seemann, deine Heimat ist das Meer". Drei temperamentvolle Polkas vervollständigten den Stimmungsabschnitt des Konzerts.

Die Konzertbesucher konnten sich wie gewohnt nicht nur an der Akkordeon-Musik erfreuen, sondern vor dem Konzert und in der Pause Herzhaftes aus der Küche genießen. Willi Eiben, Vorsitzender des HCJ, lobte abschließend die Arbeit vieler Helfer, auch der Jugendlichen, die mit Aufwand die Halle geschmückt hatten.

Gäubote, M. Fetzer-Hauser

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