Vom "Tatort" ab ins "Boot"

Eine überzeugende Demonstration der vielfältigen Akkordeonmusik gelang dem Harmonikaclub Jettingen mit seinem Herbstkonzert in der August-Leucht-Halle. Vier Orchester und eine Grundschulgruppe brachten ein abwechslungsreiches Programm zu Gehör.

Von den Allerkleinsten und den Tastenzwergen, dem Schüler- und dem Jugendorchester und vom Ersten Orchester bekam das Publikum eine bunte Melodien-Mischung geboten: Cowboy-Song, Frühlings-Ouvertüre, Doldinger Film-Hits - für jeden der mehr als 300 Konzertbesucher war was dabei. Unter der Leitung von Ulrich Münnich sorgten die Orchester für einen von Lucia von Wachter und Marion Wacker moderierten unterhaltsamen Abend - der vom Auftritt des Akkordeon-Solisten Matthias Würthner gekrönt wurde, den das Erste Orchester begleitete.

Die Aufbauarbeit beim Hamonikaspiel beginnt bereits im Grundschulalter: Erst vor einem Monat wurde an der Grundschule in Oberjettingen die Akkordeon AG gegründet. Die Mädchen und Jungen zeigten mit Übungen auf dem Instrument, wie sie zum melodischen Harmonikaspiel hingeführt werden. Was daraus entstehen kann, stellte anschließend die neun "Tastenzwerge" des Vereins mit einem Cowboy-Song unter Beweis.

Doldingers Film-Hits.

Nach der Schülergruppe mit 14 Spielern, die eine Frühlings-Ouvertüre von Alfred Holzschuh spielten, war das Jugendorchester an der Reihe. Es brachte vier Sätze aus der Suite "Dancing Festival" von Hans Hauswirth zu Gehör, in dem Swing Fox, Tango, Cha-Cha-Cha und Blues-Melodien für Stimmung sorgen. Filmmusiken von Klaus Doldinger aus "Tatort", "Das Boot" und anderen "Movie Hits" schlossen sich an.

Nach der Pause hatte das Erste Orchester seinen Auftritt mit der Sinfonia in B-Dur von Johann Christian Bach, dem jüngsten Sohn des berühmten Johann Sebastian. Die dargebotene Orchesterfassung wurde bearbeitet vom 1974 gestorbenen Solisten, Komponisten, Arrangeur und langjährigen Dirigenten des Hauses Hohner, Rudolf Würthner.

Mit Matthias Würthner präsentierte der Harmonikaclub Jettingen den Sohn des Altmeisters. Auch er ist ein bekannter Akkordeonsolist, der mit seinem Part in der "Rhapsodie in Blue" des Broadwaykomponisten George Gershwin in einer für Akkordeonorchester bearbeiteten Version brillierte. Begleitet wurde er dabei vom Ersten Orchester unter Leitung Münnichs. Der in Trossingen Geborene spielte seit seinem fünften Lebensjahr Akkordeon am heutigen Hohner-Konservatorium, später studierte er unter anderem in Wuppertal und Trossingen Musik.

Nach seinem vom Publikum mit begeistertem Applaus bedachten Auftritt beschlossen die 22 Mitwirkenden des Ersten Orchesters das Programm mit der "Irischen Suite" von Matyas Seiber. In dieser temperamentvollen Musik kamen in vier Sätzen Dynamik, Virtuosität und Temperament zum Ausdruck, die Lust zum Mittanzen machten.

In der Pause des Jettinger Konzertabends gab es noch einige Ehrungen: Willi Brendle und Hedwig Roll gehören dem Verein seit nunmehr 25 Jahre an, Jens Dittus, Ulrike Hain und Martina Wörner seit 20 Jahren. Wilfried Biesinger und Marion Rauch sind 15 Jahre und Arnold Nickerl zehn Jahre dabei.

Bericht "Gäubote, November 2008"

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